Fuß und Radschuh - eine Hassliebe?


Fuß und Radschuh - eine Hassliebe?

Fuß und Radschuh - eine Hassliebe?

Unsere Füße sind ein flexibles Gebilde aus 26 Knochen, 33 Gelenken, 20 Muskeln und unzähligen Sehnen, die bei jedem Menschen sehr individuell ausgeprägt sind. Neben messbaren Dimensionen gilt es zu beachten, dass das Passform Empfinden sehr unterschiedlich sein kann, je nachdem ob man Schuhe eher weiter oder doch lieber eng trägt. Auch die Wahl des Materials und der Konstruktion verändern spürbar die Passform und haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf den Tragekomfort und wie derselbe vom Träger wahrgenommen wird. 

Für "Passform" gibt es keinen verlässlichen, objektiven Standard, um eine korrekte Größe oder das am besten passende Modell zu ermitteln - außer Schuhe zu probieren! 

Da Radschuhe überwiegend direkt mit dem Pedal verbunden sind, sollen sich die Füße im Schuh nicht bewegen. Ansonsten leidet die Stabilität darunter, die benötigt wird, um das Rad sicher zu fahren und zu lenken. Vor allen Dingen besteht aber die Gefahr wertvolle Watt in der Kraftübertragung zu verlieren.

Aus diesem Grund bietet die Schuhindustrie eher enge und schmale Schuhmodelle an, um diesem Problem vorzubeugen. Weiterhin werden überwiegend synthetische Materialien als Obermaterial eingesetzt, da diese Materialien sich im Gegensatz zu Leder nicht dehnen.

Der Radfahrer geht gleichzeitig einen Kompromiss ein, indem er bewusst auf Passform Komfort verzichtet und eher schmale Schuhe mit zu wenig Volumen bzw. Länge trägt. Damit soll die optimale Kraftübertragung und Stabilität im Schuh sicher gestellt werden. Zusätzlich werden die Schuhe mit Hilfe der unterschiedlichen Verschlusssystem sehr fest geschlossen. Probleme für den Fuß sind damit von Hause aus schon vorprogrammiert...

Ziel sollte immer sein, Schuh und Fuß so zu einer EINHEIT zu verschmelzen, dass die Kraftübertragung an das Optimum heranreicht - ohne das Wohlergehen des Fußes aufs Spiel zu setzen. Um zu überprüfen, ob das der Fall ist, muss man nur eine Frage beantworten: nach ca. 1-1,5 Stunden Rad fahren fängt man an Probleme, wie einschlafende Füße, Brennen auf der Fußsohle, Einengung im Schuh zu spüren? Schmerzen, Taubheit? Muss der Schuh gelockert bzw. aufgemacht werden oder muss vielleicht sogar angehalten werden?  

Warum ist das so? Es lohnt sich, hier genauer hinzuschauen, was mit unseren Füßen eigentlich im Radschuh passiert. Dazu mehr in den kommenden Blog Beiträgen. 

 

foto credit: Francesca Castellan    

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